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Geschwür des Unterschenkels,
Ulcus cruris, "offenes Bein"
Ein Geschwür ist fehlendes Gewebe
– der Untergrund liegt an der Oberfläche. Es fehlt Haut oder Schleimhaut.
Die untere Seite des Unterschenkels ist ohnehin ein schlecht durchbluteter
Bereich, und eine Störung der Blutversorgung führt zur Entstehung
dieser Wunden, die dann nur sehr schwer zu schließen sind.
Unterschenkelgeschwüre können
entstehen:
1.durch schlechte Venen,
2.durch schlechte Arterien
und
3.durch (zusätzlich)
allgemein schlechte Verhältnisse im Organismus.
Ursache: Schlechte Venen:
Venen sollen das Blut abtransportieren.
Wenn Krampfadern vorhanden sind, führt das zu einem Rückstau
des Blutes, das dadurch nur schleppend zu Lunge und Herz zurückgebracht
werden kann. Durch die lastende Blutsäule erweitern sich weiter abwärts
gelegen auch die kleinen Venen – es entsteht ein blau-braunes Geflecht.
In der Folge kommt es gehäuft zu Blutungen, die schon durch die geringste
Verletzung ausgelöst werden können. Jetzt vernarbt sich dieser
Bereich mehr und mehr, wodurch die Durchblutung weiter verschlechtert wird.
Schließlich wächst so eine Blutungswunde nicht mehr zu, das
"offene Bein" ist entstanden.
Ursache: Schlechte Arterien:
Die Aufgabe der Arterien ist es,
im Körper das Frischblut zu transportieren. Wenn diese Blutversorgung
schlechter und schlechter wird (zum Beispiel durch Arterienverkalkung),
ist das Gewebe ungenügend durchblutet, bis es entweder abstirbt oder
sich schon bei einer kleinen Verletzung nicht mehr regenerieren kann und
somit offen bleibt.
Zusätzliche allgemein schlechte
Verhältnisse:
Grundsätzlich ist zu sagen,
daß beim Unterschenkelgeschwür immer irgendeine Art von Durchblutungsstörung
gegeben ist (siehe die vorangegangenen Punkte). Aber – basierend auf dieser
Durchblutungsstörung – führen oft andere Zustände dazu,
daß es zur Wunde kommt. Kaputte Lymphgefäße oder "Anschoppung"
sind zwei Möglichkeiten. Außerdem verschlechtern andere vorhandene
Krankheiten (zum Beispiel Zuckerkrankheit) die Heilfähigkeit des Organismus.
Therapie Selbstverständlich
muß man je nach vorherrschender Ursache behandeln. Die Anordnungen
für die schulmedizinische Pflege und Säuberung der Wunde sind
vorbehaltlos zu befolgen. Um die Wunde aber tatsächlich anhaltend
zu schließen, muß man die Grundkrankheit so weit verbessern,
daß der Organismus diese Heilung auch vollziehen kann. Wenn eine
"Anschoppung" des Organismus gegeben ist, muß man eine
Weile fasten oder ähnliches tun (siehe Stichwort "Anschoppung",
Kapitel "Blutdruck, hoher"). Auch Übergewicht verschlechtert
den Blutabfluß. Diese Randbedingungen müssen in Ordnung gebracht
werden. Dazu dienen all die medizinischen Maßnahmen, die ich schon
mehrmals genannt habe, wie zum Beispiel die Basisregeneration,
die "Therapie vor der Therapie" (siehe Kapitel 2, Seite 25
"Heilung statt Pillen").
Auch Laser-Bestrahlung (Helium-Neon-Laser)
hilft. Eine Ozon-Therapie ist aber meist der Schlüssel zum Erfolg:
Zuerst als Generalverbesserung, dann durch Lokalbegasung mit einem Sauerstoff-Ozon-Gemisch.
Wenn man keine Randbedingung übersehen hat, heilt das Geschwür
meistens zu. Steht eine Arteriosklerose – eine Durchblutungsstörung
der Arterien – im Vordergrund, kann man auf die Chelat-Therapie zählen
(siehe "Arteriosklerose", Seite 48 "Heilung statt Pillen").
Auf einen wichtigen naturmedizinischen
Blickpunkt muß ich hinweisen: Der Organismus schafft sich eine Öffnung
zur Entgiftung und hält diese Wunde offen, um dort ständig entgiften
zu können. Wir Ärzte neigen dazu, das als Blödsinn abzutun
– ich tue das nicht. Denn erst wenn man die übermäßigen
Schlacken- und Giftansammlungen des Körpers bereinigt hat, heilen
die Geschwüre zu. Jedenfalls sind die Chancen sehr gut, mit den genannten
Maßnahmen das "offene Bein" zuzuheilen.
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